Die Reise zum verlorenen See
Die Reise zum verlorenen See
Die Reise zum verlorenen See - Tunisia April 2004
- Super 95:
- kostet 0.770 TUD das sind 0.52 EUR pro Liter
- Diesel:
- kostet 0.60 TUD das sind 0.40 EUR pro Liter
Im zweiten Gang mit ordentlich Gas gilt es die sieben Meter Weichsand der Luvseite zu
meistern dann ein Absatz - Sperren rein und der Wagen zieht langsam über die Kuppe.
Man muss hier fast zum stehen kommen und dann schnell schauen und entscheiden:
geht es fast senkrecht die Leeseite hinunter oder nach rechts mit Schräglage oder nach links.
Dann beginnt die Prozedur von vorne und es gilt es wieder Anlauf zu nehmen
für die nächste Kuppe. Sperren sind hier Gold wert.
Ich muss den Wagen bei Laune halten, immer über 3000 U/min und soviel Gas geben
das man auf der Kuppe fast zum stehen kommt.
Zuviel Schwung und man fliegt über die Dünenkuppe und kracht mit einen kräftigen Satz in den Sand oder
überschlägt sich sogar. Zu wenig Schwung und man bleibt stecken.
Die Dünen sind hier hügelig es geht ständig auf und ab mit steileren Passagen
wenn man einen Dünenkamm überwinden muss.
Wir, das sind 8 Toyotas, ein Nissan Patrol, ein Dodge und mein Mercedes G,
sind mit 23 Personen unterwegs in dem Dünengebiet der Sahara in Südtunesien,
einem Ausläufer des Erg Orientale von Algerien und sind auf dem
Weg zum wenig bekannten verlorenen See Huaret Richet nahe dem Sperrgebiet.
Die Reise ist organisiert von den Saharaexperten des
link die drei Mal jährlich in Saharareisen anbietet.
Sie kennen die Gegend wie ihre Westentasche und bereisen seit 30 Jahren die Sahara.
Die Reise wird mit Sattelitenkarten sorgfältig geplant.
09-04-2004 Nach Genua

5°C

498 km
Wir legen 498 km nach Genua zurück.
Bei 5°C und Regen übernachten wir in einer Scheune in Genua und möchten
gleich wieder umdrehen.
10-04-2004 und 11-04-2004 einreise nach Tunesien
Gegen 11:00 Uhr kommen wir am Hafen in Genua an und reihen uns in die Warteschlange
für die Fähre nach Tunesien ein.
Der Fuhrpark gleicht einem arabischen Basar.
Die Wagen und der Dachgepackträger sind meterhoch beladen, Kühlschranke auf
der Heckscheibe plaziert und am Heckspoiler fixiert. Die andere Hälfte besteht
aus Geländewagen.
Toyotas, Patrols, Gs, Landrover, Unimogs, Pinzgauer. Pickups mit Wohnkabine, Dachzelte.
Hier kann man Ideen sammeln und auch viele Fehlkonstruktionen bestaunen, wie zum
Beispiel die zwei Reserveräder die an der Hecktür übereinander montiert
worden sind. Pünktlich verladen wir unsere Fahrzeuge und verlassen den Hafen um 17:00
Uhr.
Wir stehen anderthalb Stunden für die Passkontrolle
Die Carthage ist eine RoRo - eine Roll on Roll off - Fähre mit drei Fahrzeugdecks.
Wir beziehen unsere Erste-Klasse Kabinen.
Nach dem Abendessen um 18:30 kann man an Bord bereits die Einreiseformalitäten
erledigen. Bei der Passkontrolle habe ich habe Glück und komme gleich als erster dran.
Lange schaut der Beamte meine Visa und Stempel an fragt mich immer wieder woher
dieses oder jenes Visa ist, denn man darf keine Stempel aus Israel, Taiwan
und Südafrika im Pass haben - dann wäre die Reise hier bereits zu Ende.
Nun muss man das Fahrzeug deklarieren. Ich Stelle mich einfach zu unserer Gruppe
und stehe so wieder vorne. Man füllt ein Formular aus und bringt Card Grise -
den Fahrzeugausweis, die grüne Versicherungkarte und den Pass.
Das Fahrzeug wird in den Pass eingetragen und schon
sind die Formalitäten erledigt. Sacha hat weniger Glück.
Er hat seien Fahrzeugausweiss zum abheften gelocht. Der Beamte behauptet er hätte
ihn damit entwertet und er könne so nicht einreisen. Ausserdem fehle sein zweiter
Vorname auf der Vollmacht. So geht das nicht meint der Beamte. Corinne, Sacha 's
Freundin, beschwichtigt ihn und erklärt das sie das Dokument gelocht hat.
So hat dann alles noch einen guten Ausgang.
Die See ist spiegelglatt und ich schlafe hervorragend.
Um 14:30 am folgen Tag kommen wir in Tunis am Hafen an.
Um 15:00 Uhr fahren wir von Deck und werden vorbildlich in 15 min abgefertigt.
# Frage nach CB.
Wir tanken billigen tunesischen Sprit und fahren um 15:45 Uhr weiter Richtung Süden.
Nach 327 km schlagen wir um 21:00 unser Nachtquatier auf.
12-04-2004 Tozeur

8.2°C

35°C
In der Nacht friere ich und mit 8.2°C ist es morgens recht kühl.
Am Tag steigt die Temperatur dann aber auf angenehme 35°C.
Wir besichtigen einen Wasserfall an dem lauter nervige Souvenierverkaüfer
sich rumtreiben. Einer fraget ob ich nicht ein Souvenir aus der Schweiz für die Kinder hätte:
"Whisky - du verstehst schon". Ich verstehe und gehe weiter.
In Tunesien hat jede Kreuzung seinen Polizisten. Als Tourist wird man aber nicht
angehalten. Heute scheint aber eine Rallye statt zu finden und es gibt noch
mehr Polizisten die dann prompt den Verkehr anhalten damit wir durch können.
Wir besichtigen dann noch den Wüstenzoo in Tozeur und campen schliesslich gegen
Abend an einer einsamen Stelle.
13-04-2004 Richtung Süden in die Wüste

11 °C

177 km
Auch diese Nacht war es wieder kühl - 11° hatte es am Morgen um 6:45.
Heute werden wir die Strassen verlassen.
Um 13:45 verlassen wir Douz und 30km weiter die Strasse.
Wir schalten das letzte mal in den Strassengang. Ab jetzt bestimmt le Sable - der Sand unser Leben. Er ist
überall, verteilt sich im ganzen Auto, Nachts wird er vom
Wind ins Bett geweht und abends ins Essen.
Wir fangen langsam mit niedrigen Dünen an und steigern uns.
# Rudi fährt sich als erster fest. Deutlich wird auch lang er Radstand .
Trotz aller Befürchtungen klappt alles gut. Der Wagen hält was er verspricht.
An der ersten Weichsandstelle bleibe ich stecken. Ich senke den Luftdruck auf
1.2 Bar und weiter geht es.
Daniel mit seinem HDJ 80 Land Cruiser hat seine Frau und drei Kinder mitgebracht.
Für die Kinder ist die Sahara der grösste Sandkasten der Welt. Tanja feuert ihn immer
an : "Mehr Gas, dort hoch".
Wir sind heute 177 km gefahren.
14-04-2004 Endlich Sand
Die Piste ist verweht und über die flachen Dünen erreichen wir den Brunnen Bir el Hafater.
Einige Beduinen tränken dort gerade ihre Kamele. Nicole und die Kinder dürfen reiten - eine Gaudi.
Als Dankeschön gibt es eine Dose Apfelmus für die Beduinen.
Weiter geht es über eine pistenartige Strecke. Wir fahren hier 50 km/h im 3. Gang.
Das letzte mal für lange Zeit. Gegen 14:00 h beginnen die richtige Dünen.
Ab jetzt geht es nur noch im Schrittempo voran. 35 km am Tag.
Fahren und gelegentlich schaufeln ist angesagt.
Besonders die langen Radstäde setzen gern auf der Kuppe auf.
Christian vom link hat die Route mit Hilfe von Sattelitenkarten so
gewählt das wir häufig
auf den Dünenkämmen fahren können. Dort hat man die Übersicht und muss nicht so
häufig steigen.
Man muss die Geschwindigkeit so wählen das man gnügend Schwung hat um die Kuppe oder den Absatz zu passieren. Hat man zuviel Schwung kracht man unkontrolliert über die
Kuppe, bei zu wenig Schwung bleibt man stecken. Dann geht es Rückwärts, nochmals Anlauf nehmen oder schaufeln und bergen.
Gegen 16:30 Uhr campen wir. Es herrscht starker Wind. Sand ist überall und es will
keine rechte Urlaubsstimmung aufkommen. Wir essen.
Ueli verbrüht sich am heissen Kochwasser. Wir sitzen noch bis 21:00 Uhr am
Lagerfeuer.
Man mag ja denken das die Wüste einfach leer ist. Das ist aber gar nicht der Fall. Es gibt doch immer wieder
Vegetation. So findet man immer wieder auch vertrocknetes Holz was wir zu einem bescheidenen Lagerfeuer nutzen.
Wir sind heute 47 km gefahren.
Man mag glauben das man in der Wüste nur Trockenbrot mit Wasser speisen kann.
Auf jeden Fall muss man für Tage und Wochen Lebensmittel mitführen. Einfrieren ist keine Lösung.
Seien Kompressorkühlschrank nutzt man besser für ein kühles Bier und etwas Butter.
Es gibt Heute fertig zubereitete Gerichte und Aufschnitt der nicht gekühlt werden müssen.
Zu Beispiel geschnetzeltes nach Züricherart aus dem Mosaik Programm von Migros
oder Dosensuppen.
Als Sättigungsbeilage eignet sich Kartoffelstock dem
man nur noch Wasser zugeben muss oder Rösti was allerdings recht viel Energie zum Braten benötigt.
Weiterhin gibt es Nudeln und vorgekochten Reis.
Als Dessert gibt es von Nestle Schoki- und Vanilleputting in Konserven ebenso wie
Fruchtsalat, Graipfruit.
Brot kann man als Knäckebrot, Dosenbrot mitnehmen oder man backt nach Beduinenart am abendlichen
Lagerfeuer selber, allerdings mit der Backmischung. Als Belag gibt es konservierten
Fleischkäse oder Fischkonserven und in Schutzatmosphäre verpackte Wurst.
Kunststoff sowie Konserven verbrennt man übrigens und nimmt die Blechreste wieder zum entsorgen mit.
Lüftungs-schlitze
Es empfiehlt sich Lüftungsschlitze abzukleben und einen Filter wie er für
Küchendunst-abzugshauben benutzt wird über den Lufteinlass zu befestigen.
Das verhindert zwar nicht das Sand in den Wagen gelangt, aber das Sand
in die Lüftungskanäle kommt und der Lüfter beschädigt wird. Bei mir
war es täglich eine Tasse Sand die so nicht in die Lüftung gelangte.
15-04-2004 Regen und Rudi Rollover

16°C

23 km
Wahnsinn: Ich schrecke Nachts auf! Das Zelt biegt und windet sich im Sandsturm.
Immer wieder entstehen kleine Lichtblitze durch statische Elektrizität wenn
die Sandkörner wie Geschosse auf mein Zelt treffen.
Der Wind fegt derart durch das Zelt so dass ich glaube das U"berzelt sei
weggerissen worden. Wo ist mein Wagen? Hat der Sturm das
Zelt während des Schlafs
wegedriftet. Das kann doch nicht sein! Ich habe kein Wasser nur Licht denke ich noch
schlaftrunken. Ich mache Licht und alles ist noch an seinen Platz.
Dann regnet es die halbe Nacht. Ich halte den Kopf aus dem Zelt.
Eine Dusche ist jetzt angenehm um den ganzen Sand aus den Haaren los zuwerden.
Am Morgen hat sich die Wüste in eine Mondlandschaft verwandelt. Alle Kuppen sind Rund.
Ich stampfe auf, ich springe und sinke keinen Millimeter ein. Der Sand ist hart wie
Beton. Hier werden wir wie auf der Autobahn fahren.
Wir fahren wie auf der Piste auf dem regennassen Sand. 10 cm ist er durchnässt. Wir kommen zügig voran.
Gegen Mittag sind wir beim Berg Tin Souane .
Wer mag besteigt ihn.
Es geht über das Dünental zügig voran. Nun gilt es einen hohen Dünenkamm zum nächsten Dünental zu passieren was sich schwierig gestaltet.
Alle versuchen es an verschieden Stellen. Für die schwach motorisierten Fahrzeuge
finden wir schliesslich einen flachen Durchstieg.
Da fährt ein HZJ78 leichtsinnig nahe an der Dünenkante.
Alle rufen ohne Erfolg und er rutscht immer mehr ab - gerät immer mehr in Schräglage
und rollt die Flanke herunter und überschlagt sich anderthalb mal.
Die Umstehenden kommen herbeigeeilt. Dem Fahrer
ist zum Glück nichts passiert aber der Wagen
liegt auf der Seite. Wir schaufeln eine Fläche und bergen ihn. Im Filter befinden sich O"lspuren. Die werden
gereinigt. Es entstand so nur Blech- und Glassschaden.
Es herrscht eine bedrückende Stimmung. Werden wir weiterfahren können?
Wird der Motor laufen?
Wir bleiben dann gleich hier und schlagen unser Nachtlager auf.
Am Abend backen wir Brot nach Beduinenenart im Feuer.
Wir sind heute 28 km gefahren.
16-04-2004 Wüste

39°C

20 km
Die Sahara gibt sich unwirtlich. Der leichte Sandsturm am morgen lässt die Zelte tanzen und wegfliegen.
Heute beginnt die schwierige Etappe, denn wir müssen nun neun Dünenkämme queren
um zum See zu gelangen.
Wir bilden zwei Gruppen mit je fünf Fahrzeugen um den Problemen vom Vortag
zu begegnen.
Unsere Gruppe wird von Christian geführt. Vor mir fahren Nicole und Vreni
im schwarzen Nissan Patrol.
Christian navigiert nach Sattelitenkarten sucht immer die besten Übergänge.
Die schwach motorisierten Fahrzeuge haben immer Probleme mit den Steilhängen. Der
Patrol schafft Steigung auch nach fünf Versuchen nicht und Christian sucht einen
anderen Weg.
# patrol rutscht reifen ab.
Nach einer Steigung versetzt es den Patrol schräg und er bohrt sich in den Hang.
Wir schaufeln und ziehen ihn dann frei. Wir müssen bei 40°C immer Wasser trinken.
Ein Reifen ist abgerutscht und wir pumpen ihn mit den Kompressor wieder auf.
Nun stellt sich heraus das die Stossstange durch den Aufprall verbogen ist und
man nicht mehr lenken kann. Wir richten Stossstange indem wir sie mit dem Bergegurt ziehen.
Christian verliert eine Mutter vom Stabilisator, und bei Patrick ist per Zufall der Sitz mit einer solchen befestigt. So lässt sich das Problem beheben.
Das Quad was hier von Michael gefahren wird und als Kommunikations- und Verbindungsfahrzeug dient
hat einen Defekt an der Benzinversorgung, der sich aber beheben lässt.
Abends läd Christian zu einem Appero ein.
Wir sind heute 20 km gefahren.
17-04-2004 Wir ereichen den verlornen See

30°C

13 km

08:15 h

11:45 h
Um 8:15 ist Abfahrt.
Das link legt die Route mit einer Sattelitenkarte fest und versucht
möglichst auf den Dünenkamm zum See zu gelangen.
So müssen wir die neun Dünenkämme doch nicht queren.
Es ist dennoch eine interessante Strecke mit einigen anspruchsvollen Passagen.
Um Elf Uhr ist der See Huaret Richet in Sicht. Die Stimmung steigt.
Nun ist Baden und Sonnen bei angenehmen 30°C angesagt.
Einige Baden an der Warmen Quelle.
Wir geniessen die Ruhe und relaxen am Wasser.
Ich repariere meine leckende Luftmatratze, nehme aber Rudis Kompressor in Anspruch,
denn dort dauert das pumpen nur 5 Minuten nicht 25. Und Wäsche wird gewaschen.
Abends fahren wir ein wenig Weg vom See damit das Getier tränken kann.
Wir sind heute 13 km gefahren.
18-04-2004 Sandsturm

37.5°C

86 km

19:45 h

11:00 h
Morgens taucht ein Beduine auf, begrüsst uns und fragt nach Ma - Wasser -
Ueli gibt ihm einen Liter Annanassaft, Christian eine Dose Fruchtsalat.
Er zieht überglücklich ab.
Wir fahren noch mal zu den Beduinen an den See und sie bekommen Schuhe und T-Shirts.
Die zwei verabschieden uns mit einem herzlichen Schukran und Gott segne euch und
vielen Dankeswünschen.
Schliesslich fahren wir Richtung Abschlussdüne es geht über viele keine Dünen in den Tälern und immer wieder queren wir grössere Dünenkämme.
Nach einigen Tagen Sandfahren geht es nun zügig voran und das fahren macht
riesig Spass.
Einige längere Passagen die komplett aus weichen Sand bestehen sind zu meistern.
Mit der richtigen Beschleunigung und gelegentlichem Einsatz aller Differentialsperren schaffe ich mit Leichtigkeit die Kuppen und ich fühle mich sicher.
Wir packen einen Baumstamm fürs abendliche Lagerfeuer ein aus dem dann eine Echse in Sacha 's Hilux
entschwindet und sich im Schatten des Wagens wohl fühlt. Sie wurde nicht mehr gesichtet.
Es ist angenehme 37.5 °C.
Ab Nachmittag kommt ein weiterer Sandsturm auf. Um 16:00 beschliessen wir das wir keine
Lust haben im Sturm zu campen und beschliessen bis zu Campingplatz
Ain Essebat weiter zu fahren. Zügig kommen wir voran.
Schliesslich passieren wir die Abschlussdüne auf der wir eigentlich übernachten wollten.
Dann geht es noch 10 km über die Piste. Wir entscheiden das wir die 10 km auch mit reduziertem Luftdruck schaffen. Dann meint Rudi aber unbedingt Luftpumpen zu müssen
und verzögert die Gesellschaft zum Ärger mancher um 20 Minuten.
Um 19:45 Uhr erreichen wir schliesslich das Camping. Wir dürfen im Saal der mit
Teppich ausgelegt ist kochen. Alle sind glücklich. 5 TUD kostet die U"bernachtung pro Nase.
Die Sanitäranlagen sind ungewöhnlich sauber und es ist eine Wohltat nach Tagen
in der Wüste zu Duschen und im Swimmingpool zu baden.
Die meisten Teilnehmer sind müde und gehen früh
schlafen. Ueli und ich reden noch bei einigen Pastice über alte Zeiten bis spät
in die Nacht. Gegen 2:00 Uhr gehen wir ins Bett. Ich schlafe das erste mal gut.
Wir sind heute 86 km in 11 Stunden gefahren.
19-04-2004 Die Oase

10:30 h

17 km
Morgens macht sich jemand mit einem Ölkännchen an unserem Quad zu schaffen und
schmiert die Kette. Er möchte wahrscheinlich als Gegenleistung einmal fahren.
Wir machen ihm aber klar das wir gar nicht begeistert sind, denn an einer
geölten Kette bleibt der Sand kleben und zerstört den Antrieb.
Um 10:30 brechen wir auf und fahren die 17 km über die Piste nach Ksar Ghilane.
Wir erreichen Abdullahs Palmengarten und bauen unser Camp auf und relaxen.
Am Nachmittag baden wir in der heissen Quelle im Zentrum der Oase und geniessen die
heisse Sonne und kalte Getränke.
Wir sind fast die einzigen hier und können die Ruhe geniessen.
20-04-2004 Über die Dünen nach Douz

15°C

40 km
Abdullah hat für uns Brot gebacken was uns vorzüglich zum Frühstück schmeckt.
Da wir wegen des schlechten Wetters früher zurückgekehrt sind beschliessen
wir nicht direkt nach Gabes sondern über die Dünen nach Douz zu fahren.
Alle anderen Fahrzeuge denen wir begegnen benutzen eine der zwei südlichen Pisten und
sind nicht schneller als wir.
Den letzten Tag Sand wollen alle ausnutzen und beginnen zum A"rger einiger frei zu fahren.
Nach einigen Tagen Sandfahren klappt es richtig gut.
Patrick fährt die ungewöhnlich steile Leeseite einer Düne zu heftig ab, was
dazu führt das sich sein Holm und die ganze Front verbiegt.
Ein letztes mal campen wir in den Dünen was mit einem schönen Sonnenuntergang
belohnt wird. Die feine Sichel des Mondes zeigt kurz vor dem glutroten
Hintergrund des Sonnenuntergangs.
Wir sind heute 40km gefahren.
21-04-2004 Bir Haj Brahim to Douz

09:00 h

8km Sand 30km Piste 203 km Total
Gegen 9:00 starten wir.
Ein letztes mal schalten wir in die Untersetzung.
Wir fahren die letzten 5 km Dünen und kommen dann
am Brunnen Bir Haj Brahim (N 33°15.338' E 9°15.202') an.
Hier beginnt die 30 km lange Piste nach Douz.
Es geht gleich los mit furchtbarem Wellblech.
Das ist eine endlose Folge von kleinen Wellenbergen und
Wellentälern. Der
Wagen wird furchtbar durcheinandergeschüttelt.
Aus Sorge ums Auto fahre ich 35 km/h andere brettern mit 70 oder gar 100 km/h durch die Landschaft. Dann bemerkt man die Vibrationen nicht so, da das Auto von Wellenberg zu Wellenberg springt. Für den Wagen ist die Belastung extrem. Das
Wellblech ist auf der Hauptpiste am stärksten. Klar, dass sich viele
ihre eigene Spur suchen.
Vor Douz treffen wir auf eine Teerstrasse. Es ist ein unbeschreiblicher Genuss über
den Asfalt zu schweben.
Nach dem Tanken und Brotkauf fahren wir nach Matmata. Die Landschaft ist eigentümlich
karg und es übt eine Fastination auf mich aus bei arabischer Musik durch die Natur
zu gleiten.
Von Matmata kann man das Meer schon sehen. Wir fahren die 34 km zum Strand von Gabes
der diesmal grausig mit Müll überseht ist. Wir errichten das Nachtlager.
Ein Skorpion läuft zwischen unseren Füssen worauf wir lieber festes
Schuhwerk anlegen. Der zunehmende Mond zeigt sich kurz mit einer feinen Sichel die
die fast waagerecht steht. Wir essen und zum Nachtisch gibt es Birne Helene
wozu mich Roger heute einläd.
Es beginnt wieder ein starker Wind und es ist unangenehm.
Ich habe keine Lust auf einen weitere Nacht im kalten Zelt zu verbringen wo der Sand durchfegt
und verkrieche mich ins Auto. Ich schlafe trotz der Enge auf den Vordersitzen
erstaunlich gut.
Bei den meisten Wagen ist Sand zwischen die Reifen und Felgen gekommen und sie verlieren ständig Luft.
Ich habe keine Probleme mit den Reifen. Heute sind wir 203 km gefahren.
22-04-2004 Abschluss der Reise im Hotel

277 km
Heute ist Reisetag. Bei schönem Wetter fahren wir die 277
km nach Nabeul wo wir uns im 4 Sterne Hotel unter all den Pauschaltouristen einquartieren.
Hammannet und Nabeul ist ein Kontrast zwischen moderne und arabischen Tradition.
Zwischen all den Krämerläden hängen immer wieder grosse Billboards mit schönen arabischen Frauen
die für Windeln, Schokolade, Mineralwasser werben. Auch die Mengen von Läden die mit alten römischen Amforen
die auf Touristen abzielen fällt ins Auge.
Einer fragt auf dem Hotelparkplatz wie wir denn unser Auto hierher kommt, ob wir es im Neckermann-Flugzeug
mitgenommen hätten.
Grüsse aus Tunesien
Andreas